Donnerstag hatte ich also meine letzte Klausur gehabt (Programmiersprachen – man durfte im Team arbeiten, hat gut geklappt mit dem Ecuadorianer Pablo) und bin dann, weil ich zu faul war zum Comer(cial Mexicana) zu fahren, in den 7Eleven gegenüber dem Haupteingang der Uni um mich mit Billigwodka und Red Bull einzudecken. War den ganzen Nachmittag aufgedreht, wahrscheinlich vor Vorfreunde auf ein tolles Wochenende und wegen den absolvierten Examen. Jedensfalls fingen wir dann irgendwann an zu trinken. Dank Trinkspiel, dass uns die Spanier zeigten, waren wir auch relativ schnell gut dabei. Mit der Zeit füllte sich unser Haus ganz gut. Der Schwede Martin zeigte uns, wie gut er doch Deutsch sprechen kann (“Jawohl, jawohl, ich liebe Alkohol…”) und dass sein liebster Alkohol der Rum ausm Aldi sei. Weitere Minuten später machten wir uns dann endlich auf in Richtung Skyybar (Polanco). Ich war diesmal so dreist und habe mich zu Raider ins Auto gesetzt, wo ich sonst doch einer derjenigen bin, die Vorlieb mit dem Taxi nehmen (dürfen). Die Skyybar ist wirklich ein netter Schuppen, befindet sich auf einem Hochhaus im 46. Stock und beschert einem eine tolle Aussicht über die Stadt. Eintritt kostete es zum Glück keinen. Wirklich viel mehr zur Party kann ich nicht sagen, habe mir erzählen lassen, dass ich jeden zum Knutschen lieb hatte und sonst auch nicht unstressig war. Besonders auf der Hinfahrt in Raiders Auto (“Es mi fuckin’ cumple, tengo que hacer pipi…”). Um 2.30Uhr machte sich das Auto Raider dann wieder auf den Heimweg, allerdings war es gar nicht so einfach den Club zu verlassen, dass man erst irgendeinen Wisch von ‘ner Bedienung brauchte. Den Brian habe ich da fast zur Weissglut gebracht, hatte doch so Hunger und er musste durch den Club rennen und nach einer Bedienung suchen. Keiner schien aber Hunger zu haben, deshalb gab’s dann keine nächtlichen Tacos für mich!
Der nächste Morgen begann für mich mit Spanisch-Unterricht um 10.00 Uhr. Meine Spanisch-Lehrerin meinte, dass man die Fahne noch riechen würde. Unterricht bzw. Spiele, wie wir es sonst immer freitags machten, fiel(en) heute flasch, stattdessen sprachen wir über Gott und die Welt. Laurens wurde ins Kreuzverhör genommen, da er auf Grund eines Trips nach La Paz kein mündliches Examen absolviert hatte. Bekam 70 Pkt. für’s Nixtun! Für ihn ist das ok.
Später am Tag kam der Paulo von den Amikoos mit Kuchen vorbei. Artig, artig. Da ich kein Wasser mehr zu trinken hatte, ging ich mit Thien etwas beim nahegelegenen Tante Emma – Laden einkaufen. Auf dem Rückweg konnte sie nicht aufhören zu lachen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich nicht verstanden, warum. Später erfuhr, dass wir direkt vor uns auf der Straße Brian und Sabrina begegneten, sie hatten meine Geburtstagstorte in der Hand. Also sie uns erspähten, drehten sie uns den Rücken zu und beteten, dass ich sie nicht sehen würde. Mit einer 5kg Torte kann man ja auch nicht schnell mal weggrennen! Auf jeden Fall hatte ich sie nicht gesehen, umso schockierter / überraschter / überwältigert war ich dann als ich meine ganz besondere Geburtstagstorte in Empfang nahm. Ein Muscleshirt (bisschen zu groß und dank Lycra nicht schrumpfbar) bekam ich zudem.
Gegen 19.00 Uhr ging das Tagesprogramm dann weiter mit einer Taxifahrt zur Arena México – einer Halle, in der das berühmte Lucha Libre (zu deutsch: Wrestling) ausgetragen wird. Die Mexikaner fahren da total drauf ab… für uns war es sehr amüsant, besonders die Frauenkämpfe. Fazit: Unterhaltsames Abendprogramm, im Fernsehen aber weitaus realistisch als von der 5 Reihe aus gesehen. Fotos durften wir natürlich wieder keine machen, nirgends in Mexiko, ohne Spaß. Ein Wunder, dass es in der Skyybar erlaubt war.
Hunger hatten wir danach. Also sprangen wir in die Metro und Jaime brachte uns zu ‘nem American Diner. Wie alles, dauerte es auch hier mal wieder etwas länger bis jeder mit Essen versorgt war. So kam es dann auch, dass wir zum ersten Mal um 1.30 Uhr vorm Living (einem Club nahe des Wolkenkratzers Torre Mayor) standen. Leider hatte Jaime seinen Ausweis vergessen und die Auflagen vom Living waren knallhart. Matthieu hatte seinen auch nicht dabei (nicht ich!), seiner lag in Atizapan. So entschlossen Stefan und Matthieu nach Hause zu gehen, die Mädels hatten sich ja schon nach’m Diner verkrümelt. Mit Jaime ging ich dann noch schnell seinen Ausweis holen, wohnt zum Glück gleich um die Ecke. Bis wir dann den Club betraten war es sicherlich 2.00 Uhr. Raider, Tanja und Co. waren schon seit 11.00 Uhr dort und warteten auf uns. Sichtlich genervt. Tat mir total leid für sie. Die Guten blieben dann auch nur noch etwa 20 Minuten. Den harten Kern bildeten also Brian, Sabrina, Dalal, Pauline, Eric, Jaime, Carlos, ein Freund oder Verwandter von Carlos!? und ich. Gegen 4.00 Uhr war dann auch bei uns Zapfenstreich.
Der nächste Tag wurde dann erstmal halb verschlafen. Anschließend begaben Jaime und ich uns auf die Suche nach einer deutschen Bäckerei in der Stadt. Die fanden wir auch irgendwann. Dort kaufte ich dann nicht nur Brezeln und Speckbrot, nein, zu Rotkraut, Knorr-Dressing, Milka-Schokolade, Mandelspekulazius und Schöfferhofer Weizenbier konnte ich natürlich auch nicht “nein” sagen! Das deutsche Restaurant konnte ich mir ebenfalls nicht entgehen lassen und ich muss sagen, der Sauerbraten war trotz Pfanni-Knödel und Rotkraut aus dem Glas megalecker! Allerdings scheine ich kein deutsches Essen mehr zu vertragen, denn auf der Rückfahrt nach Atizapan musste ich zwischendrin aussteigen und die Toilette des Subways konsultieren. Einige Kilometer später gab’s dann noch einen kleinen Auffahrunfall, in den mein Bus verwickelt war. Sowas steht hier ja auf der Tagesordnung. Mussten dann noch den Bus wechseln, aber immerhin hatte ich einen Bus erwischt, der direkt an meinem Haus vorbeiging.




















































































































































































































































